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Musikalisch von Down-Under zur Pfänderspitze

Live-Musik aus Australien in der Pfänderbahn

Der australische Musiker Steve Burnside spielte kürzlich ein Live Set in einer Gondel der Bregenzer Pfänderbahn. Während der 55-minütigen Fahrt zur Bergstation mit Ausblick auf den Bodensee begeisterte er als Multitalent mit Gitarre, Keyboard, Percussion und Elektronik.

Kurz vor Sonnenuntergang…..

An einem sonnigen Freitagabend nach Dienstschluss der Pfänderbahn wurde die Fahrt zur Bergstation von den üblichen 6 auf 55 Minuten verlangsamt, um dem Künstler und seinem Team ausreichend Zeit für das Set zu geben. Gespielt wurde live in der Gondel, vor kleinem Publikum mit Fotograf und Kamerafrau. Über Video-Stream kann man nun auf der ganzen Welt das Live-Set mit Aussicht auf den Bodensee genießen. 

Von einigen Windböen nahe der Bergstation bekam der Musiker nicht viel mit: “Scheinbar hat die Gondel ganz schön gewackelt. Fotograf und Kamerafrau mussten aufgrund des schwingenden Untergrundes gehörig durchatmen, für ruhige Hände und einen sicheren Stand sorgen. Ich war zu sehr auf die Musik konzentriert und glücklicherweise macht mir das Schaukeln auch nichts aus” lacht der Australier. Nach kurzem Halt ging es begleitet von einem traumhaften Blick über den Bodensee und einem fantastischen Sonnenuntergang in normalerer Geschwindigkeit wieder zurück zur Talstation. 5,5 Stunden Videoaufnahmen von 7 Kameras und 303 Fotos waren im Kasten. “Es war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis” sind sich Musiker als auch die Mitarbeiter der Pfänderbahn sowie das Videoteam einig. 

Von Down Under nach Berlin in den Lockdown

Nach fast zwei Jahrzehnten als Hobbymusiker und Gitarrist von verschiedenen Bands in Australien, beschloss Steve Burnside letztes Jahr sein Hobby zum Beruf zu machen und zog dafür gemeinsam mit seiner österreichischen Partnerin nach Berlin.
Den Zeitpunkt hätte das Paar besser wählen können – vier Wochen nach Ankunft wurde in Berlin der Lockdown verkündet. So musste sich der Band-Gitarrist kurzfristig zum Solomusiker umorientieren. Er hatte erwartet, dass der Lockdown die sonst so dynamische Weltstadt in den Winterschlaf schicken würde, war aber nicht darauf vorbereitet, wie grundlegend die Pandemie seine Musik verändern würde. 

„Ich bin normalerweise ein sehr teamorientierter Künstler, also musste ich im Lockdown experimentieren: wie sehr kann ich zum “Heimwerker” werden? Wenn ich nicht in einem Raum mit einem Sänger sein kann, kann ich mir selbst beibringen zu singen? Wenn ich nicht auf der Bühne stehen kann, kann ich einen Synthesizer, Akku und Kamera einpacken und die Straßenecke zur Bühne machen? Der Lockdown gab mir die Möglichkeit viele neue Dinge auszuprobieren.“

Nach sechs Monaten sind die ersten drei Songs komponiert, inklusive der vom Lockdown inspirierten Single “Strangers”. Die Debut-Single des sympathischen Australiers zeugt vom Quarantäne-Leben in der deutschen Hauptstadt: “Als ich begonnen habe “Strangers” zu schreiben dachte ich viel über das Gefühl nach getrennt zu sein, das nach 6 Monaten in der Isolation einsetzte.” Gespielt wurde aufgrund des Lockdowns statt in Konzerthallen an ungewöhnlichen Orten rund um Berlin, wie zum Beispiel vor der berühmten Oberbaumbrücke. 

Auf der Suche nach der ungewöhnlichsten Bühne Vorarlbergs

Freiheit konnte Burnside nach mehrmonatigem Lockdown in Berlin erstmals wieder im Mai 2021 in Vorarlberg schnuppern. Als Partner einer gebürtigen Hörbranzerin war der Australier schon öfter in Vorarlberg, aber die Rückkehr im Mai war definitiv etwas ganz Besonderes. “Zum ersten Mal nach Monaten wieder in einem Restaurant essen und sich mit der Familie treffen tat richtig gut. Da schmecken die Kässpätzle gleich noch besser” so der Künstler.

Als begeisterter Live-Musiker ist der 34-jährige ständig auf der Suche nach neuen und außergewöhnlichen Bühnen. Auf der Talfahrt nach einer Pfänder-Wanderung war für ihn klar: die Pfänderbahn wäre perfekt. “Ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt möglich wäre. Besonders für einen Künstler, der gerade erst durchstartet.” Glücklicherweise zeigte sich das Pfänderbahn Team von der Idee ebenso begeistert und erklärte sich sofort bereit den Künstler zu unterstützen. 

Die Zusage und seine täglichen Wanderungen im schönen Ländle inspirierten den Musiker zu drei weiteren Songs. Eigens komponiert für das Konzert in der Gondel, spiegeln Tempo und Energie der Lieder das Gefühl der Bergfahrt wieder. Der erste Song inklusive Video aus dem Live Set wird diesen Monat unter Burnside’s eigenem Label Minimum Viable Records veröffentlicht. Wer reinhören will, folgt Burnside auf Instagram, Youtube oder Soundcloud.

Das Ländle hat es ihm angetan

Der gebürtige Australier, der zwischenzeitlich in München und Berlin zu Hause war, hat auch außerhalb der Pfänderbahn sichtlich gefallen am Ländle gefunden. “Die Lebensqualität hier ist super, die Menschen sind sehr nett und die schöne Landschaft inspiriert mich neue Songs zu schreiben. Nur an meinem Dialekt arbeite ich noch”, lacht er. 

Nach einem zweimonatigen Aufenthalt in Italien plant er deshalb wieder ins Ländle zurückzukehren. Wir sind gespannt, auf das nächste Konzert! Ikonische Drehorte finden sich im Ländle ja noch genug. 

Bericht + Bilder: Christian Fetz

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