Festspielboot „Madame Butterfly“ am neuen Platz am Hafen Lochau
Einen neuen Platz im Bereich der Lochauer Hafenanlage hat das „Papierboot aus Stahl“ aus der Madame Butterfly-Kulisse der Bregenzer Festspiele 2022 und 2023 gefunden. Es bildet nun auf der grünen Wiese, eingebettet in ein Kiesbeet, den zentralen Mittelpunkt im historischen Hafenensemble.
Dazu gehören der aus Marmorstein vom Hörbranzer Steinmetz Norbert Troy im Jahre 1988 gefertigte Reliefbrunnen als Erinnerung an die bewegte bereits 663-jährige Lochauer Hafengeschichte, der benachbarte Wetterobelisk mit zusätzlichen Daten zur geografischen Lage, zu den Seegfrörnen des Bodensees oder den diversen Bodenseehochwasserständen, ein Artenvielfalt-Kompass und die im Jahre 1977 an Land gegangene Alten Fähre Meersburg.
Geschenk der Bregenzer Festspiele
„Das Festspiel-Papierbötle hat es vor einigen Tagen am Lochauer Strand angespült. Die Gemeinde nimmt dieses Strandgut gerne in Besitz und wird sich mit einer neuen Nutzung dieses doch besonderen Objektes beschäftigen“, berichtete Bürgermeister Frank Matt im Jahre 2023 mit einem „Smiley“ auf seinem Facebook-Kanal.
Tatsächlich hat die Gemeinde Lochau das Papierboot von den Bregenzer Festspielen dankenswerterweise geschenkt bekommen. Um es vor dem Verschrotten zu retten, hat das Team vom Wirtschaftshof, nach schneller Entscheidung der Gemeindeverantwortlichen, das Boot auf direktem Weg über den See abgeholt. Danach stand es nun drei Sommer lang auf einem provisorischen Platz im Hafen, neugierig bestaunt von den zahlreichen Bodenseefans, die hier zu Fuß oder mit dem Fahrrad tagtäglich unterwegs sind.
Jetzt steht das Festspielboot an seinen Stammplatz in diesem besonderen Ambiente an den Gestaden des Lochauer Bodenseeufers, auch als weitere touristische Attraktion in der Bodenseegemeinde Lochau.
Interessantes Hintergrundwissen
Zum spektakulären Bühnenbild der „Madame Butterfly“-Opernproduktion von Giacomo Puccini der Bregenzer Festspiele mit der Inszenierung der Liebesgeschichte der Japanerin Cio-Cio-San und dem US-Leutnant Pinkerton gehörte auch dieses Papierschiff. Es erschein während der Aufführung rechts neben der Bühne.
Das zwölf Meter lange Schiff in Papieroptik besteht aus einer Stahlkonstruktion und einer Verkleidung mit glasfaserverstärktem Kunststoff. Bewegt wurde es auf einer Unterwasserschienenanlage mit Seilantrieb. Konstruiert wurde es von Spezialisten der Firma Exent AG in Hüttwilen/Schweiz. Man liegt nicht falsch, wenn man die blauen Stars and die roten Stripes mit der amerikanischen Flagge in Verbindung bringt, auch als Anspielung auf das Schiff, welches Pinkerton nach Japan und wieder zurück nach Amerika getragen hat.
Der Hafen feiert 2028 ein Jubiläum
Im Jahr 2028 steht ein großes Hafenfest anlässlich des 50-jährigen Jubiläums bereits in den Startlöchern. Dem damaligen Bürgermeister Wilfried Schallert, den „Aktivisten“ Lothar Schmid und Sigi Ganahl sowie einer einsichtigen Gemeindevertretung ist es zu verdanken, dass das Projekt Hafen im Jahre 1976 umgesetzt und die „Edi-Riedmann-Planung“ verwirklicht wurde. „Einen neuen Hafen in hundert Tagen“ galt damals als Ziel für den Bau des ersten Hafenbeckens.
Im Jahr 1977 ging die Alte Fähre „Meersburg“ am neuen Osthafen im wahrsten Sinne des Wortes an Land, als Unterkunft für eine Hafengaststätte, für den Lochauer Yachtclub und die Bodenseeschule Sporer Yachting. Nach dem Bau des Westbeckens konnte die nunmehr voll ausgebaute Hafenanlage im Jahre 1978 offiziell eröffnet werden.
Bericht und Fotos: Schallert/BMS



