Energieregion - FAQ

FAQ

Energieregion Leiblachtal

Was ist das Ziel der Energieregion Leiblachtal?
Das Leiblachtal möchte als Klima- und Energiemodellregion einen aktiven regionalen Beitrag zur Energieautonomie 2050 leisten. Damit soll ein attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum erhalten und gesichert werden, in dem AkteurInnen aus der Politik, Verwaltung, Unternehmen und Schulen mit einander vernetzt werden.

Der achtsame Umgang mit Energie (Energiesparen, Energieeffizienz) in Gebäuden, Betrieben sowie der Mobilität und die Nutzung der regionalen Ressourcen aus Holz, Sonne, Wasser und Wind stehen dabei im Fokus. Dazu möchten die Gemeinden der Region durch eigenes, vorbildliches Handeln die BürgerInnen und Unternehmen motivieren.

Wer gehört zur Energieregion Leiblachal?
Die Klima- und Energiemodellregion Leiblachtal umfasst die Gemeinden Eichenberg, Hörbranz, Hohenweiler, Lochau und Möggers. In dieser Region mit 50km² leben aktuell etwa 15.000 Personen. 90% der Fläche teilen sich zu etwa gleichen Anteilen auf Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Nur 10% der Fläche wird für Wohngebäude, Betriebe, kommunale Einrichtungen und Verkehrswege genutzt.
Wie ist die Energieregion Leiblachtal organisiert?
Träger der Initiative sind die fünf Gemeinden des Leiblachtals. Sprecher der Klima- und Energieregion Leiblachtal ist Bürgermeister Alfons Rädler. Entscheidungen werden im Steuerungsteam getroffen, das sich aus den fünf Bürgermeistern Karl Hehle, Xaver Sinz, Wolfgang Langes, Georg Bantel und Alfons Rädler zusammensetzt.

Die operative Umsetzung der Projekte koordiniert Bertram Schedler, der die vom Steuerungsteam definierten Projekte gemeinsam mit interessierten und engagierten Personen und Organisationen in der Region umsetzen soll. Für die Umsetzung wird in den einzelnen Projekten mit unterschiedlichen Partnern wie dem Energieinstitut Vorarlberg, der VKW, dem Arbeitskreis Schule und Energie, der Wirtschaftskammer, der Caritas, dem Klimabündnis oder dem Waldverband zusammen gearbeitet.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Klima- und Energiemodellregionen“ durchgeführt. Das Budget für die Erarbeitung des Konzeptes (1 Jahr) und die darauf folgende Umsetzung erster Maßnahmen (2 Jahre) beträgt € 160.000.—. Davon werden 60% aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert. Die restlichen Kosten werden von den Gemeinden des Leiblachtals getragen. Zusätzlich entstehende Projekte werden anlassbezogen budgetiert.

Wie sollen die Ziele umgesetzt werden?
Die Gemeindeverwaltungen verursachen nur etwa 3% des regionalen Energiebedarfs. Somit kommt es darauf an, interessierte BürgerInnen und Betriebe von Beginn an für die richtigen Maßnahmen zu gewinnen. Die Einbindung potentieller Akteure sowohl bei der Erarbeitung des Umsetzungskonzeptes als auch bei der Umsetzung der Maßnahmen spielt eine zentrale Rolle.

Damit auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten die richtigen Hebel betätigt werden, wird in Zusammenhang mit dem Forschungszentrum AlpS ein regionaler Energiemasterplan erarbeitet. Der erste dieser Art in Vorarlberg.

Zentrales Element für die Kommunikation wird www.leiblachtal-erleben.eu, ein ehrenamtliche Initiative von Martin Smounig mit Unterstützung von Leiblachtaler Unternehmern, in welcher wöchentlich über Aktuelles aus der Region informiert und berichtet wird.

Welche Maßnahmen sind bereits umgesetzt?
Der regionale Prozess hat gerade begonnen, wobei im Leiblachtal nicht von Null begonnen wird. Denn die beiden e5 Gemeinden Lochau und Hörbranz waren und sind in Sachen Energie und Klimaschutz schon seit Jahren aktiv. So wurde in Lochau in 1990’er Jahre das erste Biomasse Nahwärmenetz der Region errichtet. In den darauf folgenden Jahren folgten ähnliche Projekte in Hörbranz, Eichenberg und Möggers.

Ebenso ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Bahn, Rad und Nachttaxi) gerade in Lochau und Hörbranz schon relativ gut ausgebaut.

Energieeffiziente Straßenbeleuchtungen, Trinkwasserkraftwerke, vorbildlich sanierte Schulgebäude, Ökostromfonds mit klarer Widmung oder ein in Umsetzung befindliches regionales Radwegekonzept sind weitere Beispiele für das regionale Bekenntnis zum bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen zur Schonung der Umwelt.

Im Jahr 2012 gab es eine erfolgreich Solaraktion mit Bürgerbeteiligung in Lochau und Eichenberg. Weitere Photovoltaikanlagen sind auf der ARA-Leiblachtal oder der Feuerwehr Hörbranz geplant.

Was wird in Zukunft noch passieren?
Die Region hat sich mit dem Umsetzungskonzept ein Leitbild (link) gegeben und davon ein Bündel von Maßnahmen in unterschiedlichsten Bereichen abgeleitet. Projekte (link) mit dem besten Verhältnis von Nutzen/Aufwand werden in den kommenden zwei Jahren umgesetzt und auch evaluiert.

So wurde von den Teilnehmern der Planungsworkshops, an denen über 50 Personen aus der Region teilnahmen, die Einbindung der Kinder als wichtigster Hebel für eine breite und langfriste Verankerung identifiziert. Entsprechende Projekte werden daher in Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen der Region entwickelt werden.

Ebenso wurde festgestellt, dass die Ressource Holz – es sind immerhin 50% der Fläche im Leiblachtal bewaldet – noch besser genutzt werden sollte. Ein Projekt zur Verbesserung des regionalen Waldmanagements in Zusammenarbeit mit dem Waldverband der Landwirtschaftskammer ist daher eine wesentliche Maßnahme. Vor diesem Hintergrund könnten die aktuell laufenden Planungen für einen Neubau des Heizwerks Lochau zu einem interessanten regionalen Gesamtkonzept führen.

Im Zusammenhang mit erneuerbaren Energieträgern wird mit den Bürgern auch diskutiert werden, ob die Nutzung der Windkraft eine Option für die Region darstellen kann. Interessierten Bürgern werden aber auch immer wieder Möglichkeiten zur finanziellen Beteiligung an regionalen Ökoenergiekraftwerken (Photovoltaik, Wasser und vielleicht auch einmal Wind) angeboten werden.

Unternehmen werden aus der Region Informations- und Unterstütztungsangebote in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer , der VKW und dem Energieinstitut geplant. Vereine sollen motiviert werden Ihre Veranstaltungen entsprechend ökologischer Kriterien zu organisieren.

Da unser Mobilitätsverhalten einen Großteil der Emissionen auslöst, wird die Region Veranstaltungen zur Bewusstseinsbildung für Bürger mitorganisieren. Ebenso wird überlegt, wie entsprechende Strukturen gestaltet sein müssten, damit öffentliche Verkehrsmittel gerade für die Berggemeinden Hohenweiler, Eichenberg und Möggers attraktiver werden.

Statement des regionalen Energiemanagers
Die globalen Auswirkungen unseres gewohnten Handelns sind mittlerweile nicht mehr zu leugnen. Effektiv handeln können wir aber vor allem regional. Wie die partizipative Erarbeitung unseres Umsetzungskonzeptes gezeigt hat, können wir auf eine Vielzahl von interessanten Projektideen zurückgreifen, die uns Schritt für Schritt zur Energieautonomie bringen. Mit Blick auf die vorhandenen regionalen Möglichkeiten möchte ich daher gemeinsam mit den engagierten Akteuren im Leiblachtal passende Lösungen für eine enkeltaugliche Energiezukunft entwickeln und umsetzen. Als Vater von vier Kindern freut es mich daher ganz besonders, dass die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten von den WorkshopteilnehmerInnen als wichtigste aller Maßnahmen eingestuft wurde und daher den Start für die Umsetzungsphase der Energieregion Leiblachtal markieren wird.
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